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Was ist Akupunktur?
Akupunktur
Die Behandlung mit Akupunktur ist vermutlich 4000 bis 5000 Jahre alt. Die ersten Behandlungsberichte aus China gehen zum 5. Jahrhundert vor Christi zurück.
Von dort hat sich dieses Behandlungsverfahren zunächst in den orientalischen und danach in den westlichen Ländern verbreitet. In der Bundesrepublik Deutschland wurde die therapeutische Akupunktur in den fünfziger Jahren aus Frankreich eingeführt. Seit den siebziger Jahren werden in zahlreichen Zentren Europas und in den USA Untersuchungen durchgeführt, die die therapeutische Wirkung der Akupunktur belegen.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO sieht die Anwendung der Akupunktur bei zahlreichen Erkrankungen indiziert.
Eine der vielen Geschichten über Akupunktur: Einst ging Sun Simiao mit einem Gehilfen zu einem Kranken, als sich der Himmel verdunkelte und ein Drache auf den Arzt hinabstiess. Alle warfen sich erschreckt zu Boden und schrien laut, allein Sun Simiao blieb stehen und schaute dem Drachen furchtlos entgegen. Als sich dieser mit furchterregendem Schnauben näherte, rief der Arzt aus: "Der Drache ist krank", nahm eine Akupunkturnadel und stiess sie dem vorbeifliegenden Drachen schnell in den Leib. Der Drache wurde durch diesen Nadelstich geheilt. Fortan zog er häufig seine Bahnen über Sun Simiao, und aus Dankbarkeit überliess er dem Arzt eine hervorragende Rezeptsammlung.
Die chinesische Medizin ist eine präventive Medizin. Der Arzt soll die Disposition zu einer Krankheit möglichst schon erkennen, bevor die eigentliche Krankheit ausgebrochen ist. Früher sollen in China Ärzte sogar entlassen worden sein, wenn der Patient krank wurde. Deshalb ist die Diagnostik in der chinesischen Medizin sehr subtil. In der ausführlichen Krankengeschichte wird nicht nur das körperliche und seelische Befinden des Patienten erfragt, sondern es interessieren auch Vorlieben für bestimmte Speisen, Farben und Jahreszeiten. Eine starke Vorliebe für Blau zum Beispiel deutet auf eine Schwäche der Nieren hin. Zur körperlichen Untersuchung gehören auch die Zungendiagnose und die schwierige Untersuchung des Pulses, die ebenfalls Hinweise auf den Zustand der inneren Organe liefern.
Während in der westlichen Medizin Krankheiten vor allem nach dem Prinzip von Ursache und Wirkung diagnostiziert und behandelt werden ("Bakterien verursachen Entzündung, Antibiotika bekämpfen Bakterien"), geht es in der chinesischen Medizin vor allem um Gleichgewichte. In den Meridianen, den Leitbahnen auf der Körperoberfläche fließt die Lebensenergie Qi. Ist sie an einer Stelle gestaut, entsteht ein Ungleichgewicht, der Mensch wird krank. Auch wenn das energetische Gleichgewicht zwischen Yin (wörtlich die schattige, dem Fluss zugewandte Seite eines Berges, aber zum Beispiel auch das weibliche Prinzip) und Yang (wörtlich die sonnige, dem Fluss abgewandte Seite eines Berges oder das männliche Prinzip) in einem oder mehreren Organen gestört ist, entsteht eine Krankheit. Beschwerden, die westliche Mediziner "Migräne" nennen würden, bezeichnen chinesische Ärzte zum Beispiel als "zu wenig Yin und zu viel Yang in den Organen Leber und Gallenblase".
Therapie
Durch die Akupunktur soll das gestörte Gleichgewicht zwischen Yin und Yang wieder hergestellt und das Qi zum Fließen werden. Dazu werden 0,2 bis 0,4 Millimeter dünnen Nadeln aus Eisen, Chrom und Nickel an den charakteristischen Akupunkturpunkten etwa 2 Zentimeter tief in die Haut gestochen und dabei leicht gedreht; dadurch entsteht ein dumpfes Kribbeln, das sogenannte "Deqi-Gefühl". Andere Punkte werden durch das Abbrennen von Beifußkraut in Form von kleinen Kegeln oder Zigarren (Moxibustion) gereizt. Gelegentlich wird auch die Methode des Schröpfens eingesetzt, die einen reinigenden Effekt haben soll. Dazu erhitzt der Arzt die Luft in einem Glas oder Bambusbecher, den er unmittelbar danach auf die Haut aufsetzt. Beim blitzartigen Abkühlen entsteht ein Vakuum; der Becher saugt sich an der Haut fest. Eine durchschnittliche Akupunkturbehandlung dauert etwa eine halbe Stunde; es werden ungefähr vier bis zehn Nadeln eingesetzt. Je nach Beschwerden wird ein bis zwei mal pro Woche, gelegentlich auch häufiger behandelt, insgesamt etwa zehn mal.
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